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Erfurts Steigerwaldstadion wurde 1931 erbaut und als Daberstedter Schanze eröffnet. Statt 35 000 Zuschauer damals fasst es heute nur noch die Hälfte. Foto: Sascha Fromm
Erleichterung beim FC Rot-Weiß Erfurt: Nachdem sich der Stadtrat für die Multifunktionsarena ausgesprochen hat. Der kommunale Anteil beträgt 4,8 Millionen Euro. Schon im Sommer 2012 könnten die Arbeiten beginnen.
Erfurt. Die Erleichterung war groß bei Rolf Rombach. Seit Jahren kämpft der Präsident des FC Rot-Weiß um ein neues Stadion. Auf dem Weg dahin wurde nun mit dem Beschluss des Nachtragshaushalts für 2012 durch den Erfurter Stadtrat eine wichtige Hürde übersprungen.
Die Mehrheit der Stadtväter ermächtigte mit ihrem Votum den Erfurter Sportbetrieb zur Aufnahme eine Kredits in Höhe von 4,8 Millionen Euro. Diesen Eigenanteil leistet die Stadt an dem 27,5 Millionen teuren Umbau des Steigerwaldstadions. Das Gros der finanziellen Mittel wird vom Thüringer Wirtschaftsministerium über die Infrastruktur-Förderung bereitgestellt.
“Wir danken allen, die an dieser Beschlussfassung mitgewirkt haben. Vor allem deshalb, weil die neue Arena, bis auf die Freien Wähler, von allen Fraktionen getragen wurde”, erklärte Rombach. Er hatte mit Stellvertreter Detlef Goss und vielen Fans die Ratssitzung verfolgt und freute sich über deren Ausgang: “Ich bin froh, dass sich die Vernunft durchgesetzt hat. Es gibt keine Alternative zu diesem Neubau.” Eine Sanierung des Stadions wäre nach Ansicht des Klubchefs teurer geworden.
Die Modernisierung der Spielstätte umfasst hauptsächlich drei Bereiche. Während die jetzige Tribüne weitgehend unberührt bleibt, soll an der Marathontor-Seite die neue Haupttribüne mit 5000 Sitzplätzen und Veranstaltungsräumen entstehen. In den Kurven sind mobile Zuschauerränge avisiert, die mit Hilfe von Luftkissentechnik über die Laufbahn an das Spielfeld herangefahren werden können. Zudem sind eine neue Flutlichtanlage und eine neue Anzeigetafel geplant. Die Multifunktionsarena, in der neben Fußballspielen und Leichtathletik-Sportfesten auch Konzerte, Messen und Tagungen stattfinden sollen, hätte eine Kapazität von 21.000 Besuchern.
“Für uns als Proficlub war die Entscheidung der Parlamentarier ein überlebenswichtiges Zeichen”, sagte Rot-Weiß-Präsident Rombach. Ohne ein modernes Stadion wäre der Verein dauerhaft nicht mehr konkurrenzfähig gewesen. “Das war ein klares Bekenntnis für den Profifußball.”
Im Januar wird Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein das Betreiberkonzept noch zur Abstimmung vorstellen. Danach solle der Antrag auf die Fördermittel an das Land offiziell gestellt werden. “Dann sind wir noch im Zeitplan – und ich hoffe sehr, dass wir 2013 in der Arena spielen und dort vielleicht auch Zweitliga-Fußball zu sehen bekommen”, sagte Rombach.
Läuft alles nach Wunsch, beginnen die Umbauarbeiten nach dieser Drittliga-Saison und sind Ende 2013 abgeschlossen. Für viele Fans hätten die Feiertage nicht schöner anfangen können.
Marco Alles / 23.12.11 / TA